Die Gleise der GKB
(zuletzt geändert: 24.09.2011)
Die Gleistrasse musste ich so gestalten, dass sie auch als Gartenweg zu benutzen ist. Eine Lage "Schotter" (mittelgroßer Splitt 5-22 mm) als Bettung ist zwar nicht sehr feldbahnüblich, drainiert aber gut und sorgt dafür, dass das Metall nicht ständig im Feuchten liegt; außerdem haben Wühlmäuse und Ameisen nicht soviel Spaß, darin zu graben. Letztendlich sieht das Ganze auch recht gut aus und man kann gut drauf laufen oder mit der Schubkarre fahren.
Dort, wo sich Böschungen im Gelände ergeben haben, habe ich diese mit Kunststoff-Rasengitterplatten befestigt, in deren Hohlräume ich Erde eingebracht und Rasen eingesät habe
Das erste Gleismaterial (ausgemusterte Einzelschienen, verzinkte [!] Stahlschwellen, Kleineisen u. a.) habe ich von verschiedenen Landwirten aus der näheren Umgebung zusammengetragen.
Einige neue Holzschwellen (etwas krumme, aber druckimprägnierte Kanthölzer, die ich als billigen Ausschuss von Baumärkten geholt und passend zugerichtet habe) kommen dort zum Einsatz, wo die Stahlschwellen nicht ausreichen.
Im "oberen" Bereich des geraden Stichgleises (Arbeitsbereich) habe ich "S-10"-Profile verarbeitet (10 kg/m, Höhe 70 mm). Obwohl die Feldbahn eigentlich 500 mm Spurweite hat, habe ich in diesem kurzen Stück auf wenigen Metern Länge noch eine dritte Schiene für 600 mm Spurweite montiert.
Ebenfalls auf dem geraden Gleisstück (weiter "unten") habe ich noch einige Gleisrahmen à 5 m Länge mit "S-7"-Profilen (7 kg/m, Höhe 65 mm) eingebaut.
Der "Bahnsteig"- und Arbeitsplatzbereich ist mit Betonplatten befestigt und mit einer Pergola überdacht, um einen wettergeschützten Arbeits- und Abstellplatz für Fahrzeuge zu haben:

Meine beiden Weichen (1x rechts, 1x links) für den Anschluss der Stichgleise an den Kreis erhielt ich nach langem vergeblichen Suchen von der Feldbahn Carlsberg (vielen Dank, Florian!).
Für den Gleiskreis
erhielt ich von der Feldbahn Speyerdorf
ca. 2x 36 lfd. m passend gebogene Schienen (herzlichen Dank, Dieter!)
Für die schnelle und professionelle Montage des Gleiskreises herzlichen Dank an Dieter und Christian von der Feldbahn Fredenbek-Wedel.
Für die schwere Rechtsweiche, die öfters gestellt werden muss, habe ich als erstes einen Weichenhebel selbst gebaut und an die Zungen angeschlossen:

Die Linksweiche hat inzwischen auch schon einen Hebel erhalten.

Nun noch ein kleiner Rundgang rechtsherum im Gleiskreis:
Unter der Pegola geht's los ...
... weiter über die Rechtsweiche ...
... hinein in den Kreis ...
... vorbei am Kompostplatz ...
... über die Linksweiche ...
... weiter im Kreis ...
... damals an der Gartenbahn entlang, die es nicht mehr gibt ...
... bis zum Ende der Runde an der Rechtsweiche.
Ergänzung
Als vor ein paar Jahren auf dem Nachbargrundstück neben meinem Garten ein Haus gebaut und viel Erde bewegt wurde, erhielt ich das Angebot, übrig gebliebene Erde kostenlos wegholen zu dürfen.
Da mich das Gefälle und die Steigung in meinem Gleiskreis schon immer sehr gestört haben, beschloss ich, die Gelegenheit zu ergreifen und die Gleisanlage auf ein gleiches Niveau zu bringen, also die tiefer gelegenen Gleisabschnitte höher zu legen.
Um nicht die halbe Gleisanlage mühsam abbauen und irgendwo lagern zu müssen, entschloss ich mich zu einem etwas unüblichen Verfahren: Bis auf ein Joch für einen kleinen Durchgang ließ ich die Gleisjoche montiert und löste nur die Laschenschrauben ein wenig.
Dann hob ich das Gleis nach und nach soweit an, bis der gesamte Gleiskreis auf gleicher Höhe wie der zuvor höchste Punkt lag. Dabei unterfütterte ich den Hohlraum unter jeder Schwelle mit Betonplatten, Mauersteinen, Holzschwellen u. ä.



Nachdem alles ausnivelliert war, konnte ich die Laschenschrauben wieder fest anziehen.
Jetzt kam der Erdboden vom Nachbargrundstück zum Einsatz: Zunächst baute ich eine Rampe von meinem Garten zum höher gelegenen Nachbargrundstück. Und dann kam die Schweißarbeit: In sommerlicher Hitze karrte ich an mehreren Tagen und Wochen hunderte von Schubkarrenfüllungen schweren Erdbodens vom Nachbargrundstück zu mir und verfüllte damit die entstandenen Hohlräume unter meinem Gleis und legte Böschungen an. Zum Schluss verteilte ich wieder neuen Schotter auf der Trasse (den alten Schotter habe ich unter dem angehobenen Gleis liegen lassen, da das Bergen und die Zwischenlagerung zu mühsam gewesen wären).


Die Mühe hatte sich gelohnt, seither geht alles leichter:
Man quält sich nicht mehr an den Steigungen und "rast" nicht mehr das Gefälle hinunter, das Treten des Schienenfahrrades fällt leichter, abgestellte Wagen laufen nicht mehr von alleine los.
Nach dem Anheben des Gleises habe ich auch das westliche Stichgleis neu verlegt und bis zur Terrasse verlängert:

Das Gleis endet momentan an der Terrasse mit einem "künstlerisch" konstruierten Prellbock
(Verlängerung um ein paar Meter möglich, sofern ich ein paar gerade Joche bekomme):

Zum Schluss noch etwas Sicherheit:
Wenn man zu Fuß die Gleise entlang läuft, besteht die Gefahr, dass man an die einwärts gebogenen Enden der Radlenker in den Weichen anstößt und sich dabei schmerzhafte Verletzungen zuzieht. Ich habe diese Gefahrenpunkte daher deutlich kenntlich gemacht:

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Idee und Umsetzung: Thomas
W. H. Koppermann, Hamburg (Germany)