
Das
Tretmobil* der GKB
(*Schienenfahrrad)
(Stand: 05.08.2011)
Anmerkung: Das hier beschriebene Schienenfahrrad gibt es nun schon ein paar Jahre, und es hat mir
mit seinen Unzulänglichkeiten im Laufe der Zeit viele Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt.
Ich werde also ein neues "Tretmobil" bauen, sobald ich Zeit dafür finde, und dann
das bisherige Fahrzeug "still(zer)legen" (ein paar Teile daraus fließen in das neue Mobil ein).
Schon lange hatte ich mir vorgenommen, ein Schienenfahrrad zu bauen.
Im Sommer 2001 habe ich mir die Zeit dafür genommen und das Projekt verwirklicht.
Schon vor Jahren hatte ich als Ausgangsmaterial auf einer Gemeinde-Auktion
für ein paar DM ein gut erhaltenes altes Fahrrad ersteigert.
Nachdem ich es seiner Räder und aller sonstigen "überflüssigen Anhängsel" beraubt hatte,
blieb noch der Rahmen mit Tretkurbel, Pedalen und Sattel übrig.
Das Teil landete aber erstmal im Gartenschuppen - für später.
Da zu diesem Zeitpunkt noch keine Gleise verlegt waren, schob ich das Projekt "Schienenfahrrad" erstmal vor mir her.
Außerdem hatte ich auch noch nicht die richtigen Teile für das Fahrwerk,wie z. B. kleine Räder, passende Achsen, Lager dazu, ein Kettenrad für die Achse usw.
Inzwischen erhielt ich von anderen Feldbahnfreunden sehr gut passende, kleine, einzelne Räder
(herzlichen Dank an Torsten Brodtmann und Dieter Resinger!).
Nun konnte der Bau losgehen.
Aus diversen Stahlprofil-Resten habe ich ich (ohne jegliche Konstruktionszeichnung) zunächst einen stabilen Rahmen geschweißt, der unterwärts vorne zwei Einzelräder und hinten die angetriebene Achse sowie oben den abgeschnittenen Fahrradrahmen trägt. Die dünnen Rohre des Fahrradrahmens waren mir einfach zu schwach, um sie direkt als tragende Teile zu verwenden. Das Ganze sieht zwar etwas wuchtig und futuristisch aus, ist aber sehr stabil und funktioniert:
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Maße über alles:
größte Länge: 100 cm,
größte Höhe: 119 cmGewicht: schwer
Die Anbringung der Vorderräder war problemlos, weil ich Einzelräder hatte, die bereits mit eingelassenen Kugellagern und Gewindestift versehen waren. Ich benötigte nur ein entsprechendes Aufnahmeloch am Rahmen und konnte die Räder mittels Muttern befestigen:
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Die Konstruktion der Hinterachse bereitete mir zunächst etwas Kopfzerbrechen: Bekomme ich passende Lager? Und wie montiert man Kugellager an einen Rahmen? (spezielle "Lagerböcke" hatte bzw. fand ich nicht.)
Mein Weg führte mich - wie so oft vor Basteleien - wieder mal zu den meist gut sortierten Metallverwertungsbetrieben ("Schrottplätzen") der Umgebung.Wegen des Kettenantriebes musste ich die Hinterräder an eine Achse montieren und diese leicht drehbar lagern. Also benötigte ich einen Rundstahl, dessen Durchmesser zu den Achslöchern der Räder passte.
Ich fand ein sehr dickwandiges Rohr, dessen Durchmesser mit 35 mm allerdings etwas größer war, als das Mittelloch in den Rädern (32 mm).
Da ich keine Möglichkeit habe, so ein Achsloch auszudrehen oder auszufräsen, musste ich die Achse an den Enden reduzieren. Ohne Drehbank blieb mir nur übrig, mittels Schruppscheibe rundum möglichst gleichmäßig soviel Material abzutragen, dass die Achse stramm in die Räder passt. Es gelang tatsächlich!
In der Kugellager-Grabbelkiste des Metallhändlers fand ich nach längerem Suchen endlich zwei Lager (leider nur ein geschlossenes und ein offenes), die innen ein Loch von 35 mm hatten und damit genau zur Achse passten.
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Dann schweißte ich erstmal ein Rad fest an, stülpte ein Kugellager, dann das Kettenrad, dann das andere Kugellager lose auf die Achse und schweißte dann das zweite Rad an. Das ersparte mir, mit geteilten Lagern oder geteiltem Kettenrad arbeiten zu müssen (man kann allerdings später auch kein Lager mehr auswechseln, was wohl auch nicht nötig werden wird).
Als Halter für die Kugellager fertigte ich mir passend zu deren Außendurchmesser (80 mm) aus Bandstahlresten zwei U-förmige Schlaufen (wie Rohrschellen) mit Löchern zum Anschrauben an. Damit die Lager seitlich nicht verrutschen können, habe ich an der Unterseite des Rahmens rechteckige Öffnungen angebracht, in die die Kugellager einige mm tief eingelassen sind (siehe Handzeig im Bild):
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Da die Achse nur lose (!) in den Lagern liegt (schweißen darf man die ja nicht), musste ich noch verhindern, dass sie sich seitlich in den Lagern bewegen kann (zwischen Radinnenseite und Rahmen ist je 1 cm Freiraum), und sicherstellen, dass das Kettenrad nicht aus der Flucht wandert.
Ich löste dies mit zwei Splinten, die ich an der Innenseite ganz dicht vor den Lagern durch die Achse steckte (siehe Bild):
Nachdem Achse und Lager ausgerichtet waren, konnte ich die exakte Position für das Kettenrad festlegen und dieses dann mit einigen Schweißpunkten auf der Achse befestigen (es ist wichtig, dass die Kette zwischen beiden Kettenrädern genau in einer Flucht verläuft, damit sie nicht durch seitliche Biegung beansprucht wird und auch nicht so leicht abspringt!).
Vor dem Kauf der Kette ermittelte ich mittels Maßband die nötige Länge (in meinem Fall ca. 1,33 m). Da ich keine Kette als Meterware bekommen konnte (gibt es aber!), kaufte ich eine fertig konfektionierte Tourenradkette, die von der Länge her meinem Bedarf am ehesten entsprach und kürzte sie entsprechend. Hierbei erweisen sich die breiten Tourenradketten (für Nabenschaltung) gegenüber den schmalen Ketten für Kettenschaltung als sehr vorteilhaft, weil die Enden mit einem Kettensteckschloss verbunden werden und nicht genietet werden müssen.
Abschließend habe ich natürlich die Kette geschmiert und das offene Kugellager mit nicht auslaufendem Spezialfett gefüllt, um das Eindringen von Schmutz zu verhindern.

Das hintere Kettenrad durfte nicht zu groß sein,
damit es beim Überfahren von Weichen
nicht an den Zungen anstößt und beschädigt wird!
(max. Durchmesser kleiner als Durchmesser der Radlauffläche)
Neu kaufen musste ich an Teilen nur das Lenkerrohr samt Vorbau und Handgriffen sowie die Kette und ein Paar neue Pedale.
Nachdem ich das Fahrzeug in mehreren Schichten "bahndienstgelb" lackiert und anschließend zünftig beschriftet hatte, ging es endlich zur Probefahrt auf meine Kreisbahn.
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Hier nun noch eine Anmerkung zum Thema "Geschwindigkeit" (m)eines Schienenfahrrades (regulär ohne Gangschaltung):
Das Anfahrverhalten und die erreichbare Geschwindigkeit, aber auch das evtl. Durchdrehen der Räder hängen direkt vom Durchmesser des hinteren Kettenrades ab, da das vordere (Pedal-)Kettenrad meist nicht ausgewechselt werden kann.
Ist das hintere Kettenrad wesentlich kleiner als das Pedalkettenrad, wird das Anfahren schwerer, aber man erreicht eine höhere Endgeschwindigkeit, ohne zu sehr strampeln zu müssen. In meinem Fall lässt sich wegen des Kreisverlaufs der Strecke keine hohe Geschwindigkeit fahren, ich wählte daher ein recht großes hinteres Kettenrad.
Einen eigentlich unerwünschten Effekt kann man übrigens sehr gut zum "Bremsen" einsetzen (eine Bremse hat mein Tretmobil nämlich nicht): Wenn man bei Vorwärtsfahrt rückwärts tritt, schleifen die Räder anstatt zu rollen, was auf jeden Fall zu einer merklichen Verzögerung führt.
Der von mir gewählte Antrieb auf die Hinterachse ist nicht obligatorisch; man könnte die Kette auch zur Vorderachse führen (falls es eine gibt). Allerdings ist der Hinterachsantrieb wirkungsvoller, weil das größte Gewicht der aufsitzenden Person mittig bis hinten wirkt, was also hinten einen besseren Andruck ergibt.
Alternativ zu der beschriebenen direkten Antriebsform könnte man natürlich auch einen fahrradüblichen Nabenantrieb mit Gangschaltung, Freilauf und Rücktrittbremse zwischenschalten; der technisch-konstruktive Aufwand wird dann dementsprechend höher (man benötigt dann u. a. eine Halterung für die Nabe, ein weiteres Kettenrad und zwei Ketten), aber man kann dann nicht mehr rückwärts fahren.
Wenn es nur um das Vorhandensein einer "richtigen" Bremse geht, könnte man auch einen Hebel anbringen, der bei Betätigung einen Holzklotz auf eines der Räder presst (so gesehen auf Feldbahntreffen).
Aufgrund den bisherigen Erfahrungen mit meinem "Tretmobil" möchte ich an dieser Stelle allen Nachbauwilligen raten, auf keinen Fall solche kleinen Räder zu verwenden, da sich in der Praxis gezeigt hat, dass diese immer wieder zu Entgleisungen in Weichenherzstücken neigen (die Auflagefläche ist halt zu klein).
Ich würde ein Schienenfahrrad heute nur noch mit wesentlich größeren Rädern bauen (normale Feldbahn-Achsen gehen auch, sind aber recht schwer).
Nachtrag zu Änderungen, die ich später noch an meinem "Tretmobil" vorgenommen habe:

Ich habe den Antrieb wesentlich robuster gemacht und das Übersetzungsverhältnis geändert:
Auf das Pedal-Kettenrad wurde ein großes Motorrad-Kettenrad aufgeschraubt,
die hintere Achse erhielt ebenfalls ein zur Motorradkette passendes Zahnrad.

Um das neue Zahnrad aufschweißen zu können (ich wollte das Zahnrad nicht teilen),
musste ich die Hinterachse durchtrennen und nach dem Aufstecken des Zahnrades wieder zusammenschweißen.

Auch vorne habe ich jetzt eine Achse mit den gleichen Rädern wie hinten montiert,
da sich die bisherigen, angeschraubten Räder als untauglich erwiesen haben.
Die Kugellager konnte ich dieses Mal in richtigen Lagerböcken montieren.

Und so ist jetzt der Gesamteindruck.
(Später habe ich noch den oberen Holm des ehemaligen
Fahrradrahmens weggeschnitten,
da Kinder mit ihren kurzen Beinen sonst nicht an die Pedale heranreichen.
Man sollte als Ausgangsmaterial also lieber gleich ein Damenrad nehmen.)
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© Copyright: Thomas
W. H. Koppermann, Hamburg (Germany)